Bauen ist Kultur und verkörpert die
Lebensqualität einer Gesellschaft.

Darüber hinaus ist Bauen ein komplexer Prozess, der Dimensionen des Technischen, Kreativen, Sozialen und Politischen kombiniert. Mit seinem Programm fördert das KAP Forum den Dialog aller daran Beteiligten: Architekten, Designer, Stadtplaner, Projektentwickler, Investoren, Immobilienbesitzer, Finanziers, Quartiersentwickler, Bauindustrie, Verarbeitendes Gewerbe, Immobilien, Handwerk, Universitäten, Kreativwirtschaft, Medien und Kommunikatoren – zusammen mit der interessierten Öffentlichkeit.

Das KAP Forum ist also Plattform und Netzwerk zugleich. Möglich gemacht wird diese einzigartie private Initiative von führenden Unternehmen der Design- und Architekturbranche: Alape, Artemide, Carpet Concept, Dornbracht, GIRA, Kusch + Co. Diese Unternehmen verbindet die Leidenschaft für gute Architektur sowei die ständige Suche nach innovativen Wegen des Planens, Bauens und Einrichtens. Die Haltung spiegelt auch unser Programm: weltoffen, unabhängig und neugierig.

WIR VERSTEHEN UNS ALS BRÜCKENBAUER
KAP ON TOUR – VON DER REALEN IN DIE DIGITALE WELT

KAP 4.0 – das Netzwerk KAP Forum wird digital und bleibt dabei real. Warum Netzwerke der Zukunft beide Seiten brauchen und Gegensätze zu einem Programm zu vereinen – dazu Andreas Grosz, Kurator, kreativer Freigeist und Leiter des KAP Forums.

Herr Grosz, das KAP Forum ist rundweg eine Erfolgsgeschichte. Bitte beschreiben Sie es in zwei Sätzen.

Andreas Grosz: Das KAP Forum versteht sich als reale und digitale Kommunikationsplattform im Bereich Architektur und Stadtentwicklung. Es wird angetrieben durch das Interesse und die Notwendigkeit an interdisziplinärem Austausch zwischen architektur-, design- sowie technologiegetriebenen Unternehmen, allesamt Marken- und Qualitätsführer mit hohem internationalen Engagement.

Über dreizehn Jahre agiert das KAP Forum allein als reale Plattform, Treffpunkt für Architekten, Stadtplaner und am Bau Beteiligte in eigenen Räumen. Nun manövriert das Schiff ebenfalls in digitales Fahrwasser – warum?

Andreas Grosz: Seit der Gründung des KAP Forums hat sich die digitale Welt grundlegend verändert und ist zu einem selbstverständlichen Bestandteil unserer Kommunikation geworden. Das sehen wir auch als Chance und Möglichkeit, über den Austausch, Dialog und unsere Informationen im Netz, mit der Welt der Architektur auch über räumliche Distanzen im Gespräch zu bleiben.

Was kann die digitale Zukunft für das KAP Forum bedeuten – oder andersherum: was erreichen Sie digital, was sie real nicht könnten?

Andreas Grosz: Im Digitalen ist die Vernetzung sehr viel einfacher. Sowohl mit den Medien, als auch den Usern. Aber auch unter den KAP-Partnern, die ja erst die Welt des KAP Forums möglich machen. Der Dialog geht sowohl nach Innen und Außen. Über die digitale Kommunikation lassen sich auf leichte Art und Weise Bilder als auch Inhalte, die unsere Arbeit begleiten und verdeutlichen, einem weiten Publikum zugänglich machen. Dennoch bleiben wir im Kern analog, das heißt, für uns ist der Liveact, der persönliche Austausch an verschiedenen Orten und Plätzen, der Kerngedanke, der auch nicht durch das Digitale zu ersetzen ist. Daher geht es auch nicht um einen Gegensatz, sondern um eine sinnvolle Verbindung.

Wären im zweiten Schritt auch digitale Workshops denkbar oder die Live-Zuschaltung zu einer Ihrer Veranstaltungen?

Denkbar wäre auch das. Vieles wird sich aus dem Kern weiterentwickeln, wird an uns von außen herangetragen und dann in unsere Arbeit integriert. Wir werden tun was sinnvoll und möglich ist. Wir nehmen den Geschwindigkeitsaustausch und die Rasanz des Netzes für das KAP Forum als positives Verstärkungsmittel auf.

Im Forum agieren – wie auch im Netzauftritt zu sehen ist – sechs Firmen unter einem Dach ohne Konkurrenzdenken und Angst vor Werksspionage. Ein nahezu einzigartiges Modell, was ist das tragende Element?

Planer und Projektentwickler suchen ständig nach neuen Lösungen in der Architektur. Das KAP Forum ist inzwischen ein übergreifendes Qualitäts-Netzwerk, das für diese Fragen die maßgeschneiderten Antworten findet. Das ist das Neue: Bisher agierten Unternehmen bei weltweiten Bau-Projekten häufig Schulter an Schulter, arbeiteten in der Praxis jedoch nicht zusammen. Heute suchen und entwickeln sie gemeinsam individuelle Lösungen. Das KAP Forum ist auch ein Labor für neue Wege des Planens und Bauens.

Wie steht es mit Ihrer Unabhängigkeit?

Bestens. Es ist ein Vorurteil, dass Unternehmen immer nur auf den nächsten Verkauf schielen. Unternehmen leben ja nicht auf einer Insel, sondern prägen unser gesellschaftliches Leben ganz erheblich. Business und kulturelles Engagement schließen sich nicht aus, im Gegenteil. Wirtschaft und Kultur sind Kehrseiten ein und derselben Gesellschaftsmedaille. Grenzgängerei ist zudem spannend, genau wie das Unscharfe, aus dem Neues entstehen kann. Unsere Themen wählen wir frei und danach, was Sinn macht und den Dialog mit allen Partner voran bringt. Das ist Teil unseres Erfolgs.

Was macht das KAP Forum eigentlich aus?

Wir verstehen uns in erster Linie als Brückenbauer. Wir wollen alle, die am Baugeschehen beteiligt sind und sich für Architektur interessieren, in einen offenen und lebendigen Dialog miteinander bringen. Dabei gehen wir recht unbefangen an die Themen aus Architektur und Stadtentwicklung heran, verstehen uns nicht als Interessenvertreter oder gar als Experten. Der Architektur, der Stadt als unsere gebaute Umwelt können wir nicht ausweichen. Aber die Diskussion um den Wandel und weitere Entwicklung des Planens und Bauens, von Architektur und Stadt, die können und wollen wir führen. Wir verstehen das als ein Stück aktiver Zukunftsgestaltung, wir informieren, diskutieren, mischen uns ein. Und dies bezieht auch die Industrie und Wirtschaft – unsere Förderer und Partner – als aktive Dialogpartner mit ein.

Inzwischen ist das KAP Forum weit über Kölns Grenzen hinaus bekannt, ist es auch zu anderen Orten unterwegs?

Unsere Neugier und unsere Aktivitäten haben uns bald über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannt gemacht und zu Veranstaltungen im gesamten deutschsprachigen Raum geführt. Immer mit Partnern, die uns zumeist eingeladen oder zu interessanten Kooperationen eingeladen haben – ob in Wien, Leipzig, Zürich, Rotterdam, München, Dortmund oder Berlin.

Ein Angebot nur für Spezialisten?

Nein, nicht unbedingt: Das Programm richtet sich ebenso an eine architektur- und designinteressierte Öffentlichkeit. Ich denke an die Diskussionsveranstaltungen mit Architekten wie Daniel Libeskind, Meinhard von Gerkan, Gunter Henn, Arno Lederer, Jan Störmer, Eckhard Gerber, Georg Gewers oder die größte Ausstellung zum Thema Convertible City, dem deutschen Beitrag zur Architektur-Biennale Venedig mit dem Berliner Architektenduo Grüntuch/Ernst, die mehr als 4.000 Besucher erreichte. Das waren ebenso Magneten wie die Ausstellung mit Delugan-Meissl aus Wien.

Das müsste auch der Stadt Köln gefallen?

Ja, wir sind hier gut aufgenommen worden und zudem gefragte Kooperationspartner. Schon früh haben wir gemeinsam mit der Stadt Köln und dem Kölner Stadt-Anzeiger ein Forum „Zur Zukunft der Europäischen Stadt“ auf den Weg gebracht und über viele Jahre hinweg zahlreiche europäische Städte und ihre Zukunftsideen sowie Planungen vorgestellt. Auch den jetzigen Planungsdezernenten, Franz-Josef Höing, unterstützen wir gemeinsam mit der IHK zu Köln bei seiner Reihe „Kölner Perspektiven“. Kooperationen sind ja eine der Säulen des KAP Forums und so sind wir auch Fördermitglied des HdA’s (Haus der Architektur) in Köln.

Kommen wir zurück zum Anfang. Was war der Schlüssel für Ihre Verbindung zur Architektur?

Wie so oft, eher Zufall als Planung. In den frühen 1990ern habe ich konzeptionell für die neu geplante Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover gearbeitet und wurde einer der drei Gründungsgeschäftsführer. Man wollte mich als kreativen Kopf in der Geschäftsführung. Hier war ich verantwortlich für den Themenpark und die Architektur der Weltausstellung. Den Masterplan entwickelten wir mit dem Büro von Albert Speer und in der Folge arbeitete ich mit vielen namhaften Architekten zusammen. Das hat mich nachhaltig mit der Welt der Architektur verbunden und nicht mehr losgelassen.

Was war der Plan für’s KAP Forum?

Es stellte sich eine bis dahin neue Aufgabe, die mich faszinierte: Architektur und Unternehmensentwicklung zu verbinden. Das warf spannende Fragen auf: Wo liegt denn die Kompetenz von Architekten? Wie kommen sie ans Bauen? Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten? – Zeitgleich entstand das »KAP am Südkai« im Kölner Rheinauhafen. Es sollte keine tote Immobilienzeile werden, sondern ein Ort voller Leben, mit Restaurants und Kultur. Und im südlichen Auftakt des Rheinauhafens, dem KAP am Südkai – gebaut von KSP – sollte ein Architekturforum entstehen, für das ich zunächst nur das Konzept entwickelt habe.

Also nannten Sie sich KAP Forum. Was war anders als bei anderen Diskussionsrunden?

Köln ist eine lebendige Stadt, mit großer Bürgerbeteiligung. Wir waren beim Neubau im Rheinauhafen mit den Top-Unternehmen der architektur- und designbezogenen Industrie im Gespräch. So entstand die Idee, diesen regelmäßigen Dialog zwischen Architekten, gehobener Bauindustrie und Projektentwicklern zu initiieren. Ein echtes Forum für Architektur, Technologie und Design. Allen ging es um höchste Qualität am Bau, vermittelt über Architekten.

Wie steht es mit dieser Gesprächskultur heute?

Das KAP Forum lebt von seinem Partnerschaftsmodell: Die Unternehmen tauschen sich untereinander aus und lernen auf vielfältige Weise voneinander und miteinander. Das ist der innere Wert des KAP Forums, die Veranstaltungen sind der Blick nach außen und ermöglichen die Begegnungen und das Gespräch mit immer neuen Köpfen und zu spannenden Ideen.

Und wie geht es weiter mit dem KAP 4.0?

Mit dem Projekt KAP on Tour sind wir dem Rheinauhafen und Köln inzwischen entwachsen und zetteln an ganz unterschiedlichen Orten Architektur- und Stadtgespräche an. Unser Horizont bezieht sich neben einer interessierten Öffentlichkeit inzwischen auf die Welt der Architektur, die Stadtentwicklung und die Immobilienwirtschaft. Das ist ein weites Feld, das immer neue Themen, Veranstaltungsformen und lebendige Begegnungen ermöglicht. Wenn man so will ist der weitere Schritt in die Digitalität auch die Erweiterung des KAP on Tour-Gedankens.

Referenten (Auswahl)

Seit der Gründung in 2004 waren mehr als 300 Architekten und Stadtplaner zu Gast im KAP Forum, mehr als 25.000 Menschen haben unsere Veranstaltungen besucht und uns regelmäßig befeuert.

Impressionen