Architektentage 2005
Nach der Theorie der langen Wellen, den sogenannten Kondratieffzyklen, die von
bahnbrechenden Basisinnovationen ausgelöst werden, stehen wir jetzt vor, manche sagen
bereits mitten in dem sechsten Kondratieffzyklus. Dieser unterscheidet sich von den fünf
vorhergegangen, die von der Dampfmaschine, Stahl, Elektrotechnik, Chemie und
Informationstechnik geprägt wurden, dadurch, dass zum ersten Mal der Mensch im Mittelpunkt
des Zyklus steht. Zentrale Themen dabei sind Gesundheit und Wohlbefinden. Weitere
gesellschaftliche Entwicklungen beziehen sich auf eine zunehmende Individualisierung und
Komplexität unter schwieriger werdenden ökonomischen Randbedingungen. Sicher ist, die
daraus entstehenden Anforderungen an bzw. von Nutzern, Investoren, Bauherren, Planern etc.,
die teilweise auch im Konflikt zu einander stehen, machen auch vor der Architektur nicht Halt,
wie z.B. weitgehend standardisierter offener Büroflächen versus individueller Einzelbüros oder
Exklusivität versus Massen-(Billig) Produkte. Wie sehen diese Entwicklungen im einzelnen aus
und welche Herausforderungen entstehen hier für die Planer? Ist der Faktor Mensch daher
eher zu beachten oder mit Vorsicht zu behandeln? Der einleitende Vortrag von Prof. Dr. Zinser
führt mit Thesen dazu in die Thematik ein, die in den folgenden Workshops vertiefend
diskutiert und bearbeitet werden.
Prof. Dr. Stefan Zinser, Partner am Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung GmbH (iafob) und Professor an der Fachhochschule Heidelberg; Vortrag und Workshop
Eine Initiative von BASF, Carpet Concept, Dornbracht, Gira, Silent Gliss, Wilkhahn, Zumtobel Staff
