Editorial
KAP Magazin # 01

Fremd ist der Fremde nicht nur in der Fremde
Mit geradezu schwindelerregendem Tempo haben sich Verkehr und Reisen in den letzten 50 Jahren entwickelt. Mobilität ist das Schlüsselwort unserer Zeit. Morgens Rom, mittags London, abends Köln, das Dreiwettertaft-Feeling ist längst normaler Alltag.
Der mobile Bürger mutiert zum modernen Nomaden, der sich Heimat in täglich wechselnden Orten schaffen muss. Und dennoch: Auch wenn die Jahre vergangen sind, erinnern viele Orte noch an die (Un-)Gastlichkeit der 50er Jahre. Gardinen, Geranien und Gartenzaun sind zwar passé, dennoch fühlt man sich fremd im gebuchten Hotel: willkommen im Fremdenzimmer!
Das Licht verströmt Grabesstimmung, die Bilder an der Wand unscharfe Nachdrucke, das Bad zu klein, Ablage-flächen kaum vorhanden. Gruselig!
Das neue Denken versandet in vielen Herbergen schon am Empfang: was könnten Hotels in einer modernen Gesellschaft möglich machen! Wir plädieren für Wohl-fühl-hotels, die nicht allein den Körper, sondern vor allem auch den Geist pflegen. Bildungsschnittstellen mit klugen Kommunikationsräumen. Individuell ausgeleuchtete Zimmer, in denen das Lesen Freude und nicht trübe Augen macht. Ausgestattet mit Materialien, die nach langem Arbeitstag oder weiter Reise erfreuen und entspannen. Auch im Bad – es sollte Quelle der Freude, Raum der Muße und Erholung sein.
Das Hotel-Zimmer der Zukunft? Design ist kein Selbstzweck, Architektur, Design, Technik und Service sind Ergebnisse ganzheitlicher Planung, die den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.
Utopien? Nein: Frische Ideen für kluge Hoteliers und anspruchsvolle Planer, die wir Ihnen in unserem brandneuen KAP Magazin vorstellen. Das Hotelzimmer von Morgen ist das Zimmer von Heute!
Herzlich willkommen,
Ihr Andreas Grosz, Leiter KAP Forum
