Die knappe Zeit …

von Menschen wird bleiben …

Knappe Zeit

sagt Zukunftsforscher Klaus Burmeister und beschreibt das Hotel von Morgen.

Sechs Fragen an den renommierten Zukunftsforscher über Urlaub und das Hotelzimmer von morgen.

1. KAP-Magazin:
Klaus Burmeister, müssen wir Erholung heute anders denken?

Klaus Burmeister: Harte Schnittstellen zwischen einem starken Kontrastprogramm von Arbeit und Urlaub sind heute nicht mehr gewünscht. Wir brauchen in unserer Freizeit neue Möglichkeiten, uns fit zu machen. Ich könnte Dinge erfahren, die ich während meiner Arbeitszeit nicht mehr organisieren kann. Zum Beispiel neue Länder, Sitten, Regeln oder Sprachen kennenlernen. Wir haben das für die TUI untersucht und dies war eine wichtige Erkenntnis.

2. Wofür könnte Urlaub heute stehen?

Leute kennenzulernen, Menschen, die einen anregen. Denn gerade das fehlt im eng getakteten Berufsleben. Ebenso die Schaffung von Freiräumen, um auf Ideen zu kommen. Das ist eine hohe Attraktivität und Chance. Das Hotel ist nicht mehr reines Hotel, sondern wird ein Ort der Begegnung.

3. Wie wäre es mit einem Zukunftshotel, das sich gezielt einem Thema widmet – zum Beispiel der Philosophie – mit Vorträgen und passender Lektüre auf den Zimmern?


Ich fände Mischkonzepte interessanter. Die Übergänge sind fließender, mitnehmen kann ich Dinge, die ich im Programm auflese. Wie ein Schmetterling, der mal dahin und dorthin fliegt.

4. Welche Chancen könnte ich als Hotelier nutzen?


Zum Beispiel das Thema Bildung. Im Alltag schaffe ich Bildung oft nicht. Jetzt habe ich eine Woche Zeit und die kann optimal genutzt werden. Die knappe Zeit von Menschen wird bleiben und dazu muss es mehr High-End-Premium-Segmente geben.

5. Wie könnten die passenden Hotelzimmer aussehen?


Im Moment sind die Zimmer keine Orte der Begegnung, sie sind nicht vorbereitet und laden nicht zum Verweilen ein. Zukünftig könnte sein: die Stimmung des Zimmers zu wählen. Hintergründe zu verändern, wenn man Besuch erwartet, und diese zu tauschen, wenn man sich entspannen möchte. Dazu smarte Kommunikationsgeräte, die den Raum nicht dominieren. Die Technik soll in den Hintergrund treten, aber verfügbar sein.

6. Welche Art der Kommunikation könnten Sie sich auf den Zimmern vorstellen?

Früher gab es das Café Keese. Dort standen Telefone auf den Tischen und man rief sich gegenseitig an. Heute könnte ich ein internes Hotelnetz schaffen, das die Gäste verbindet. Man bestimmt selbst, was man preisgeben und mit wem man Kontakt aufnehmen will. Das Ganze ist ein Angebot, keine Belästigung.

Klaus Burmeister: Gründer der Foresight Company, eines Büros für Zukunftsgestaltung in Essen, das zukünftig auch in Köln vertreten ist.