Räume ohne Grenzen
Modulare High-End-Produkte geben Designern freie Hand fürs Bad.

von Hanno Parmentier
Die Sanitärprodukte von Alape erleichtern Architekten wie Hoteliers die Planung und Ausführung individueller Bad-Architekturen. In handwerklicher Perfektion entstehen High-End-Produkte. Das minimalistische Design und das Komponenten-System geben den Gestaltern freie Hand.
Hotelzimmer sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Das liegt an den Gästen. Die nämlich, so zeigen unabhängige Studien, haben ganz andere Vorstellungen von komfortablem Wohnen auf Zeit als noch vor zehn oder 20 Jahren. Musste es früher die Kopie der heimischen Wohnung mit der klassischen Trennung der verschiedenen Wohnbereiche (Schlafen, Waschen, Wohnen) sein, spiegeln Hotelzimmer schon heute ganz neue, aufgelöste Formen eines integralen Raumgefühls, das vielleicht schon morgen auf unser heimisches Wohnen abfärben wird. Wer beispielsweise im Radisson SAS Media Harbour Hotel im avancierten Düsseldorfer Szene-Stadtteil „Medienhafen“ absteigt, wird sich an ungewohnte Durchblicke gewöhnen müssen: Bad und Wohnbereich bilden keine hermetisch voneinander abgeschotteten Räume mehr, sondern fließen – lediglich durch ein halbtransparentes Glaspaneel getrennt – harmonisch ineinander. Immerhin: Die ganz diskreten Geschäfte können noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit erledigt werden.
Die Architektur des Hotelzimmers verändert sich: neue, ganzheitliche Raumkonzepte integrieren alle Funktionen, die ein Hotelzimmer offerieren muss: Baden und Duschen, Waschen, Frisieren und Schminken, Entspannen und Schlafen, Vitalisieren, Arbeiten und Kommunizieren. Dabei kommt der Individualisierung ein hoher Stellenwert zu. Der Gast kann sich in seinem vorübergehenden Zuhause eigene Szenarien schaffen, beispielsweise durch Lichtstimmungen und wandlungsfähiges Interieur. Das verändert die Anforderungen an Planer und Architekten, und auch die Hersteller beispielsweise der Sanitäreinrichtung müssen der neuen Wandlungsfähigkeit des Hotel-Interieurs Rechnung tragen. Carsten Müller, Geschäftsführer der Alape GmbH, sieht es gelassen: „Für diese Anforderungen im Hotelbereich ist Alape mit seinem Komponentensystem, das Individualität durch Vielfalt bietet, bestens gerüstet.“
So viel Selbstbewusstsein kann sich das Goslarer Unternehmen locker leisten. Schon sein Alleinstellungsmerkmal in der Branche – ein besonderer Werkstoff – verschafft den Niedersachsen eine solide Ausgangsposition. Die Sanitärprodukte von Alape sind nämlich nicht – wie meist im Bäderbereich – aus Keramik, sondern aus glasiertem Stahl. Flach ausgewalzte Stahlbleche werden nach ihrer Ausformung in Pressen mit einer hauchdünnen und dadurch extrem schlagfesten Glasur versehen. Dieses Konstruktionsprinzip führt zwangsläufig dazu, dass im Innern der Waschtische – anders als bei gegossenen Keramikbecken – große Hohlräume bleiben. Hohlräume? Stahl? Wiehört sich das an? „Nach einem satten, vollen Klang“, sagt Peter Theissing, bei Alape Leiter für Markenstrategie. „Unsere Waschtische sind soundoptimiert. Dazu nutzen wir Dämmmatten, wie sie auch in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Die Güte des Materials, die unsere Produkte besonders hochwertig macht, soll auch im Klang erlebbar werden.“

Das Sound-Tuning ist aber nur ein kleiner Nebeneffekt. Denn mit den Hohlräumen lässt sich allerlei anstellen: Hotelgäste sind beispielsweise begeistert, wenn sie – überaus praktisch – an der Vorderseite ihres Waschtischs einen integrierten Spender für Reinigungstücher, möglicherweise auch gleich noch den Einwurf für die gebrauchten Tücher finden.
Wichtiger aber ist: Durch die Verwendung von glasiertem Stahl statt Keramik sind die Goslarer in der Lage, nahezu jedem Endprodukt eine projektspezifisch gewünschte Form zu geben – und das mit einer Präzision bis in den Millimeterbereich. Neue Formengeber für das Bad der Zukunft: Waschtische oderEinbaubecken von Alape besitzen als Basisausführung zwar definierte Maße, sie können jedoch in Breite und Tiefe exakt nach den Vorgaben des Architekten und den Wünschen der Hoteliers gefertigt werden. Peter Theissing: „Hoteliers und Architekten erhalten dadurch einen enormen Freiraum bei der Gestaltung von Bad- oder Sanitärlandschaften.“
So können zum Beispiel Lochbohrungen – etwa für die Armaturen – an jeder gewünschten Stelle positioniert werden. Durch die exakte Formgebung ist auch der absolut flächenbündige Einbau von Becken in Trägerplatten möglich. Die Flexibilität von Stahl ist unvergleichlich höher als die von gegossener Keramik; zugleich wiegen die Becken nur einen Bruchteil dessen, was ein Keramikprodukt auf die Waage bringt. Dazu kommen die Vorteile der einer Emaille ähnlichen Glasur, die während des Brennens unzertrennbar mit dem Stahlkörper verschmilzt. Die Glasur ist schlagfest und farbstabil und bietet mit ihrer geschlossenen Oberfläche Bakterien keine Angriffsfläche.
Frei sind Architekten und Bauherren aber nicht nur hinsichtlich der Maßgenauigkeit der Sanitärkomponenten. Vor allem bedeutsam für Hoteliers: Durch ihr minimalistisches, zeitloses Design vertragen sich die Alape-Produkte mit jeder Stilvorgabe. Ob Hotel im Landhausstil oder Stadthotel mit puristischer Innenarchitektur, Kettenhotel mit Corporate Design oder visionäre Zukunftsherberge: Durch die freie Wahl einer Vielzahl von Materialien für Trägerplatten und Stauraumelemente, die ebenfalls zum Komponentensystem zählen und von Echtholzfurnier über Natur- oder Quarzstein bis hin zu Glas und hochglänzenden Lackoberflächen reichen, passt sich die kühle Form der Waschtische oder Einbaubecken jedem innenarchitektonischen Konzept an. „Unsere Produkte lassen sich durch ihr minimalistisches Design in verschiedenste Raumkonzepte integrieren – ob klassisch, modern oder avantgardistisch“, sagt Carsten Müller.
Von diesem Grundgedanken her wird der Schlüsselbegriff verständlich, der die Produktwelt des Goslarer Unternehmens beschreiben soll: „Shaping space“ – Räume gestalten. „Wie der Architekt verstehen auch wir Raumgestaltung als schöpferischen Prozess“, betont Geschäftsführer Müller. „Der Raum ist höchstes Ordnungsprinzip. Die Produkte müssen sich unterordnen und die Raumwirkung unterstützen.“ Damit Architekten dieses Prinzip optimal nutzen können, bauen die Niedersachsen auf eine besondere Dualität von Klasse und Masse. Die einzelnen Komponenten haben durch die enorme Präzision der Herstellung Manufakturqualität. Eingeordnet sind diese hochwertigen Komponenten aber in ein vom Innenausstatter frei kombinierbares System von seriengefertigten tragenden Stauraumelementen und Trägerplatten. Dazu gibt es noch Spiegel und Beleuchtungskörper. Und damit der freien Gestaltung möglichst gar keine Grenzen mehr gesetzt werden, sind Sonderanfertigungen für jede Größe, Material- und Farbwahl möglich. Theissing: „Wir sind für alle Gestaltungsvarianten offen, die sich aus dem System ableiten und technisch realisieren lassen.“ Die Zukunft hat bei Alape schon begonnen.
Hanno Parmentier, seit 25 Jahren in Redaktionen – zuletzt als Ressortleiter und Stellvertretender Textchef beim Monatsmagazin DM (Euro) – arbeitet jetzt freiberuflich für Wirtschafts- und Genussmagazine.
